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Niklas wechselt in die niederländische "Hoofdklasse" nach Amstelveen

Es war wenig überraschend für die Fans und Freunde des Crefelder HTC, als das Gesicht des Bundesligateams und Nationalspieler Niklas Wellen vor einigen Tagen seinen vorrübergehenden Abschied vom Crefelder HTC verkündete. Sein Weg führt ihn ab der Saison 2020/2021 zum aktuellen Tabellensiebten der niederländischen Hoofdklasse (1. Liga), Pinokè Amstelveen. Dort unterschrieb er einen Vertrag für die kommenden zwei Spielzeiten. In der Rückrunde der aktuellen Bundesligasaison steht Niklas Wellen noch im Kader des Crefelder HTC. Die Saison beginnt für die Krefelder am 1. April mit dem Nachholspiel gegen Rot-Weiß Köln. Die Begegnung gilt als absolutes Spitzenspiel, denn RW Köln führt die Staffel B an während der CHTC in der Staffel A hinter Mülheim Platz zwei belegt.

Rolf Frangen:
Der CHTC startet bald in die Rückrunde der Bundesligasaison 2019/2020. Und das ist die Abschiedstournee von Dir, Niklas, in der Bundesliga. Kommt da nach 21 Jahren - davon neun Jahre als Teil der Bundesligamannschaft, in Deinem Krefelder Verein nicht so etwas wie Wehmut auf?

Niklas Wellen:
Ja, ein bisschen. Die Entscheidung, den CHTC nach dieser langen Zeit zu verlassen, war sicherlich keine leichte und ich habe da auch lange drüber nachgedacht. Aber nach der langen Zeit in Krefeld habe ich einfach großes Verlangen danach, mal ein anderes Team, eine andere Liga und vor allem Dingen eine andere Stadt zu erleben.

Rolf Frangen:
Du mit Deiner Klasse hast bestimmt schon viele Angebote von anderen Clubs aus dem In- und Ausland auf den Tisch bekommen. Warum hat gerade ein niederländischer Club am Ende das Rennen gemacht?

Niklas Wellen:
Ich denke, die holländische Liga ist die beste der Welt und daher sicherlich am reizvollsten. Früh stand für mich fest, dass ich gerne nach Amsterdam ziehen möchte, da mir die Stadt sehr gefällt. Daher kamen in erster Linie nur Clubs in Frage, die in Amsterdam oder der direkten Umgebung liegen. Mit Pinoké habe ich jetzt eine sehr gute Lösung gefunden. Aktuell befindet sich das Team eher im Mittelfeld der Liga, aber ich hoffe, dass ich helfen kann, das Team weiter nach oben zu bringen. Zudem hat Pinoké mit der Verpflichtung von Aron Zalewski einen absoluten Top-Mittelfeldspieler für nächste Saison verpflichten können.

Rolf Frangen:
Wo sind die größten Unterschiede zu finden, wenn man das niederländische und das deutsche Spitzen-Hockey miteinander vergleicht. Abgesehen von den Zuschauerzahlen und den Verdienstmöglichkeiten durch den Hockeysport.

Niklas Wellen:
Die Frage werde ich in einem Jahr wahrscheinlich besser beantworten können als heute. Es wirkt von außen so, als würde in Holland schneller und direkter Offensiv-Hockey gespielt werden, was ich sehr mag. Mit weiteren Aussagen kann ich aktuell nicht dienen, ich denke in einem Jahr kann ich einen besseren Vergleich zwischen den beiden Ligen ziehen.

Rolf Frangen:
Deine Freundin zieht mit nach Amstelveen – das wird Dir sicher helfen Dich in Deiner neuen Umgebung schneller zurechtzufinden.

Niklas Wellen:
Das Kim mich begleitet, freut mich natürlich sehr. Unsere Vorfreude auf die neue Lebenssituation ab August ist riesig. Ich bin mir aber sicher, dass das Zurechtfinden dort sehr einfach und schnell geschehen wird. Durch den Hockeyclub sind wir ja direkt in einer großen Community drin und lernen schnell Leute kennen. Daher mache ich mir über das Zurechtfinden gar keine Sorgen.

Rolf Frangen:
Kennen Sie einige Spieler aus Deiner neuen Mannschaft? Wenn ja - woher?

Niklas Wellen:
Von den holländischen Teamkollegen kenne ich tatsächlich keinen, einige internationale Kollegen kenne ich aus etlichen Länderspielen. Wie den Belgier Alex Hendrickx oder den Argentinier Mazzilli.

Rolf Frangen:
Wirst Du in den Niederlanden Dein Studium fortsetzen?

Niklas Wellen:
Ja! Da ich an einer Fernuni studiere, kann ich mein Studium problemlos auch von Amsterdam aus abschließen. Das wird voraussichtlich Ende des Jahres sein. Danach will ich mich aber auch um einen Job dort kümmern, da ich definitiv nicht nur Hockey spielen will. Aber das wird sich dann alles Anfang des kommenden Jahres zeigen.

Rolf Frangen:
Wie haben Deine Krefelder Mannschaftskollegen reagiert als sie erfuhren, dass Du in die „Hoofdklasse“ wechselst?

Niklas Wellen:
Die Reaktionen waren tatsächlich alle recht gleich. Auf der einen Seite fanden sie es sehr schade, dass ich Krefeld verlasse. Aber eigentlich jeder hat sich total für mich gefreut, und mich zu der Entscheidung beglückwünscht. Ich habe da ja auch nie ein großes Geheimnis draus gemacht, dass ich am Ende dieser Saison wahrscheinlich weg bin, daher kam die Nachricht für niemanden überraschend.

Rolf Frangen:
Hockey wird immer leistungs- und zeitintensiver – davon kannst Du als Nationalspieler ein Lied singen. Auch jetzt sitzt Du wieder auf gepackten Koffern. Die Nationalmannschaft ruft. Wohin geht die Reise?

Niklas Wellen:
Wir fliegen am Montag für knapp zwei Wochen nach Johannesburg, haben dort Lehrgang mit Testspielen gegen Südafrika. Danach bin ich zwei Tage zu Hause und fliege dann mit den Krefelder Jungs 5 Tage nach Barcelona. Dann bin ich wieder rund 9 Tage zu Hause, bevor wir dann einen längeren Pro League Block mit der Nationalmannschaft haben.

Rolf Frangen:
Apropos Pro-League! Ende Januar startete die Nationalmannschaft erfolgreich in die zweite Pro League-Saison. Auch für Dich war es der richtige Auftakt zu einem vielleicht entscheidenden Jahr 2020. Ich zähle mal die Stationen auf: Pro-League, erfolgreiche olympische Spiele in Tokyo, dann Dein Wechsel nach Holland. Und mittendrin vielleicht das Final Four mit dem Crefelder HTC. Das Viertelfinale ist da doch fast schon gebucht?

Niklas Wellen:
Gebucht definitiv noch nicht, aber unsere Ausgangsposition ist sehr gut. Ich bin voller Vorfreude auf die Rückrunde in Krefeld und werde alles dafür tun, dass wir mit den Herren nach fünf Jahren Abstinenz mal wieder an einem Final Four teilnehmen dürfen.

Rolf Frangen:
Gestern habe ich Deinen Vater Dirk Wellen getroffen. Er sagte dass zwei Jahre Holland für Dich fest gebucht wären. Aber dann käme Niklas zurück zum Crefelder HTC. Dann bist Du 28 Jahre alt – also im besten Hockeyalter.

Niklas Wellen:
27 dann sogar erst. Da werden sicher noch einige Jahre Bundesliga-Hockey mit dem Crefelder HTC anstehen - das ist sicher.

Rolf Frangen:
Danke für das Interview und wir wünschen Niklas Wellen sportlich und privat alles Gute für die Zukunft.

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