Hockey-Olympiasieger Klaus Michler macht das halbe Jahrhundert voll

(von Axel Hermanns)

Es gibt einen Spruch über ihn, den Augen-, Ohren- und Zeitzeugen, er selber eingeschlossen, wohlniemals vergessen werden: „Er ist ein begnadeter, vom Himmel gefallener Hockeyspieler.“ Gesagt hat ihn dereinst der ehemalige Trainer des Hockey-Bundesligisten Crefelder HTC, Bart van Lith aus den Niederlanden. Keine Diaspora, was diese Sportart angeht. Dass jener Begnadete noch sehr viel, nahezu alles gewinnen würde, war da noch nicht verbrieft. Gemeint ist Abwehr- und Mittelfeldspieler Klaus Michler (*15.Mai 1970 in Stuttgart), in dessen sportlichen Vita als absolutes Glanzlicht der Olympiasieg von 1992 in Barcelona mit der deutschen Nationalmannschaft alles überstrahlt. In diesem Zusammenhang folgten die Auszeichnungen zu Deutschlands Mannschaft des Jahres und die Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes durch den damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizäcker. Sportlerherz, was willst du mehr? Viel Luft nach oben bleibt eh nicht.

Soweit das Aufwärmprogramm. Schnellrechner unter den aufmerksamen Lesern haben es längst bemerkt, dass der „Außerirdische“ am Freitag sein 50. Lebensjahr vollendet, also dann ein „echter Fuffziger“ ist. Die sportliche Wiege des in der Schwabenmetropole geborenen Apotheker-Sohnes stand bei Schwarz-Weiß Neuss. Als B-Jugendlicher wechselte der Linkshänder zum Niederrhein-Rivalen Crefelder HTC (CHTC), dem er während seiner langen, vor allem international erfolgreichen Karriere mit dem Krummstab treu blieb. Trotz so mancher verlockender Angebote in der selbst bei Spitzenkönnern nicht üppig honorierten, anspruchsvollen Amateursportart. Darüber hinaus schlug Michler auch private Wurzeln in der einstigen Samt- und Seidenstadt. 

Seinen gesamten Werdegang im „Bückeball“ Revue passieren zu lassen, würde diesen Rahmen sprengen. Noch so viel, dass er bei seinen insgesamt 162 A-Länderspielen bis zum Kapitän aufstieg. In dieser Eigenschaft hatte er noch einmal mehr als nur flüchtigen präsidialen Kontakt, reiste gemeinsam im Flugzeug mit Bundespräsident Roman Herzog zu einem Staatsbesuch nach Pakistan, in den Länderspiele mit dem damals noch Hockey-verrückten Gastgeberland eingebaut waren.

Es ranken sich eine Menge Anekdoten um Klaus Michler, wo sich hernach kaum noch zwischen Dichtung und Wahrheit unterscheiden lässt. Dass seiner Zunft der Ruf vorauseilt oder nachgeht, ausgesprochene Feierbiester in ihren Reihen zu beherbergen, dürfte hinlänglich bekannt sein. Ohne ihn damit in eine falsche Ecke zu stellen, abzulesen auch an seinem Spitznamen „Pichler“. Das ist ja auch schon eine Weile her. Eine weitere Geschichte mit Wahrheitsgehalt, dass der seinerzeitige  CHTC-Teammanager Hans-Peter Schmitz nicht ganz unwesentlich und einigermaßen hartnäckig zarte Bande zwischen Michler und dessen späteren Ehefrau Perdita Wolff knüpfte, folgerichtig sogar ihr Trauzeuge wurde.

Dieses Paar nahm in angemessener Teamarbeit Nachwuchsförderung im doppelten Sinne wörtlich. Das Quartett Linus (21), Nike (19) sowie die Zwillinge Lotta und Nele (14) sind das sichtbare, leibhaftige Zeugnis. Allesamt spielen sie, na, was wohl (?), Hockey beim CHTC mit seinen zwei Kunstrasenplätzen in der Vreed im Krefelder Stadtwald. Eine prima Adresse. Nicht allein deswegen.

Ein Mann wie Michler hat der mit ihm eigenen Zielstrebig- und Hartnäckigkeit auch beruflich seinen Weg gemacht. Der promovierte Mediziner ist nach der vorherigen Station als chirurgischer Orthopäde am St. Bernhard-Hospital in Kamp-Lintfort in einer Gemeinschaftspraxis in Moers niedergelassener Facharzt für Orthopädie. Bei ihm geben sich neben Hans Mustermann und Lieschen Müller auch oder gerade Sportler von einst wie jetzt die Klinke in die Hand. Und gründlich wie er nun einmal zu sein pflegt, hat er das Coronavirus plus Covid-19-Erkrankung mit einem dreitägigen Klinik-Aufenthalt auch bereits abgearbeitet, was ihm nun immunisiert im täglichen Umgang mit seinen Patienten zu Gute kommt. 

Was indes nicht klappen wird, ist Corona-bedingt die ursprünglich für das erste Juni-Wochenende geplante rauschende Geburtstagsfete „100 Jahre Michler“ (die Gattin ist ihm altersmäßig minimal voraus) in und an ihrem Ferienhaus an der niederländischen Nordseeküste in Domburg. Sie wird, wie so manches Ereignis in Zeiten wie diesen, auf das nächste Jahr verschoben. 

Robin Rösch wird den CHTC verlassen

Nach fast zehn Jahren wird Robin Rösch den Crefelder HTC zum Saisonende verlassen. Zuletzt war er Trainer des Herren-Bundesligateams und betreute mehrere Jugendmannschaften. Bei den Bundesliga-Herren löste er nach mehrjähriger Mitarbeit im Trainerstab im Februar 2018 den langjährigen Chefcoach Matthias Mahn ab und übernahm das Aushängeschild des CHTC zusätzlich zu seinen Aufgaben als Sportlicher Leiter der Hockeysparte des Vereins. 

Die Mannschaft des 49-jährigen Hockeytrainers war in der Bundesliga auf einem guten Weg, wurde allerdings durch die Coronakrise auf ihrem Erfolgsweg brutal ausgebremst. „Durch den Lockdown hatte ich in den letzten Wochen viel Zeit zum Nachdenken“, erzählt Robin Rösch. „Am Schluss dieses Prozesses stand die Erkenntnis, dass es mit fast 50 Jahren noch einmal Zeit wäre, eine neue Herausforderung anzustreben und neue berufliche Möglichkeiten zu suchen“. Und weil keiner weiß, wie es mit der noch laufenden Spielzeit weitergeht und vor allen Dingen wann, werden sich die Wege von Robin Rösch und dem Crefelder HTC in aller Freundschaft im Sommer oder Herbst trennen. „Es war hier in Krefeld eine schöne und sehr intensive Zeit nicht nur für mich, sondern für meine ganze Familie“, betont Robin Rösch. „Wir haben alle vier eine Menge gute Lebenszeit hier in Krefeld verbracht und deshalb schwingt beim Abschiednehmen auch eine Menge Wehmut bei mir mit“. 

Als Robin Rösch seinem Team den Entschluss präsentierte, den CHTC zu verlassen, wirkten die Spieler bedrückt und nachdenklich. „Diese für mich und meine Arbeit positive Reaktion hat mich bestätigt, dass ich beim CHTC vieles richtig gemacht habe“, so Robin Rösch. 

Der 1. Vorsitzende Dirk Wellen meint: „Robin hat für unseren Club fast zehn Jahre eine großartige Arbeit geleistet. Sowohl im Jugendbereich und bei seiner kurzen Tätigkeit für das Damenteam als auch in der schwierigen Phase eines neuen Teamaufbaus bei den Herren war er sehr erfolgreich. Es ist schade, dass so ein guter Trainer nicht mehr für uns arbeiten wird, aber natürlich verstehen wir seinen Wunsch, noch einmal etwas Neues zu beginnen. Robin und seine Familie sind ein fester Bestandteil der Clubgemeinschaft und wir alle hoffen, dass dies auch so bleibt.“

Seine Aufgabe als Trainer des Bundesligateams, war es u.a. soviel eigene Nachwuchsspieler wie möglich in die, BL-Mannschaft zu integrieren. „Ich glaube, das ist mir gelungen“, berichtet Robin Rösch. „Wir haben eines der jüngsten Teams der Liga und sind bis zum Corona-Crash sehr erfolgreich unterwegs gewesen“. Einige Spieler trainiert Robin Rösch schon seit Knaben-Zeiten und wird auch in Zukunft ihren sportlichen Weg verfolgen. „Es war eine schöne Zeit in Krefeld und wir haben viele Freunde innerhalb der CHTC-Familie gefunden und deshalb werde ich auch zukünftig oft und gerne in Krefeld sein“.

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